Waldprediger

Hin und wieder flattert dem Waldprediger auch das ein oder andere Zeitungsblättchen in die Klause, wo es von ihm alsbald einer sinnvollen Verwendung zugeführt wird. Er hat nämlich einen sehr gefräßigen Kachelofen, der in der kalten Jahreszeit ganze Holzstöße verschlingt, die im morgendlichen Ritual mit Papier und Spänen entzündet werden. Natürlich läßt es sich nicht vermeiden, daß sein Blick bei aller Abgeklärtheit doch hin und wieder an einer Schlagzeile hängen bleibt.

„Zuwanderung sichert Bevölkerungswachstum"
sprang ihm da neulich ins Auge.

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– der Waldprediger gesteht, daß sie schon einige Dutzend Jahre zurückliegt – war im Dorfe meiner Großmutter der sonntägliche Kirchgang genauso eine Selbstverständlichkeit wie die anschließende Einkehr in den Dorfkrug, der damals noch nicht „Hongkong Garden“ hieß, sondern „Lindenhof“, was naheliegend war, da eine prächtig-grüne Reihe stattlicher, jahrhundertealter Linden zu seinem Tore führte.

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